
Nach 29 aufeinanderfolgenden Spielzeiten in der Bundesliga ist der VfL Wolfsburg am Montagabend erstmals in der Vereinsgeschichte aus der höchsten deutschen Spielklasse abgestiegen. Die „Wölfe“ verloren das Relegationsrückspiel gegen SC Paderborn 07 nach Verlängerung mit 1:2.
Da das schlimmstmögliche Szenario für den von Volkswagen unterstützten Klub nun Realität geworden ist, dürften die Folgen erheblich sein.
Bereits im März hatte Oliver Blume angekündigt, dass angesichts der schwachen Saison des VfL Wolfsburg sowie der wirtschaftlich schwierigen Lage des Automobilherstellers das Engagement von Volkswagen „auf den Prüfstand gestellt“ werde.
Nun soll eine umfassende Analyse der vergangenen Saison sowie der bevorstehenden Spielzeit in der 2. Bundesliga folgen. Viel Zeit bleibt den Verantwortlichen jedoch nicht, denn zahlreiche offene Fragen und ein intensives Transferfenster stehen bevor.
Der Kader soll offenbar grundlegend umgebaut werden. Obwohl die meisten Verträge auch für die 2. Bundesliga gültig bleiben und Abstiegs-Klauseln die Gehälter vieler Spieler um 35 Prozent reduzieren werden, gelten zahlreiche Profis weiterhin als zu teuer für die zweite Liga – selbst wenn sie bleiben wollten.
Zu den Spielern, die den Verein mit hoher Wahrscheinlichkeit verlassen werden, gehören unter anderem Mohamed Amoura, Konstantinos Koulierakis, Kamil Grabara, Patrick Wimmer sowie Christian Eriksen. Berichten zufolge soll das Budget für den Profikader von 80 Millionen Euro auf 55 Millionen Euro reduziert werden.
Auch auf der Trainerposition und im sportlichen Management herrscht Unsicherheit. Dieter Hecking hatte den Trainerposten im März interimistisch übernommen. Ob er weiterhin im Amt bleibt, ist derzeit offen.
„Wir werden uns in den nächsten ein bis zwei Tagen sicherlich zusammensetzen und zunächst die zehn Wochen analysieren, in denen ich verantwortlich war. Ich muss das alles erst einmal sacken lassen“, sagte Hecking nach der Niederlage gegen Paderborn gegenüber Sky.
Zudem wurde zuletzt spekuliert, dass Hecking die Rolle des Sportgeschäftsführers übernehmen könnte – eine Position, die seit der Entlassung von Peter Christiansen im März vakant ist. Ob dies nach dem Abstieg weiterhin infrage kommt, bleibt jedoch unklar.
Fest steht jedenfalls: Dem VfL Wolfsburg steht nach dem schmerzhaften Rückschlag vom Montag ein turbulenter und unsicherer Sommer bevor.
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