Den 31. Januar 2026 würden sie in Kaiserslautern gerne vergessen. Die 1:3-Niederlage im Spitzenspiel gegen die SV Elversberg wäre noch irgendwie zu verkraften gewesen, hätte sich nicht auch noch Ivan Prtajin schwer verletzt. Hätte der Kroate seine sensationelle Quote von 11 Toren in 14 Spielen, ein Treffer alle 94 Minuten, beibehalten, würden die Artikel über diesen Verein jetzt womöglich in der Kategorie Bundesliga erscheinen.
Stattdessen starten die Roten Teufel in der Saison 2026/27 einen neuen Aufstiegsversuch. Wann Prtjain-Tore dabei helfen können, ist noch offen. Der 30-Jährige schuftet derzeit in der kroatischen Heimat Tag für Tag bis zu acht Stunden gemeinsam mit einem Physiotherapeuten des Klubs an seinem Comeback. Bisher hält die vor vier Monaten gerissene Achillessehne, die operativ behandelt wurde, den Belastungen stand.
Aktuell liegt Prtajin knapp drei Wochen vor dem Zeitplan und hat damit auch einen kleinen “Vorsprung” vor einem Ex-Mitspieler und Leidensgenossen. Der Mainzer Angreifer Benedict Hollerbach hatte sich knapp fünfeinhalb Stunden zuvor am selben Tag im Bundesliga-Spiel bei RB Leipzig (2:1) ebenfalls die Achillessehne gerissen. Unlängst tauschten sich die beiden Torjäger aus, die beim SV Wehen Wiesbaden (2022/23, 3. Liga) und Union Berlin (2024/25, 1. Liga) gemeinsam spielten.

FCK-Boss Hengen plant konservativer
Läuft der Prozess weiter so optimal, hofft Prtajin, Ende September wieder ins Zweitligageschehen eingreifen zu können. Die Verantwortlichen beim FCK planen lieber etwas konservativer. Geschäftsführer Thomas Hengen erklärte unlängst beim SWR, dass Prtajin erst einmal zur Rückrunde wieder voll eingeplant ist. Auch, weil Hengen weiß: Die wirklich knifflige Zeit kommt erst noch, in der man den eifrigen Kroaten womöglich auch etwas bremsen muss. Wie verkraftet die Sehne die ersten Belastungen auf dem Platz mit Richtungswechseln und abrupten Bewegungen? Viel wird davon abhängen. Zum Trainingsauftakt Ende Juni wird Prtajin wieder in der Pfalz erwartet, um im Kreis der Mannschaft die nächsten Schritte zu machen.
Für die Kaderplanung ist die Situation knifflig. Dass der Prtajin-Ersatz Mergim Berisha nicht zur Sofortverstärkung taugte, war schnell abzusehen und verständlich. Dem 28-Jährigen, im Winter aus Hoffenheim gekommen, fehlte über ein Jahr die Spielpraxis. In Kaiserslautern lebt die Hoffnung, Berisha könne wieder zu der Form finden, die ihm im Frühjahr 2023 zwei Einsätze in der A-Nationalmannschaft unter Hansi Flick sicherte.
Neue Stürmer gesucht
Die Unabwägbarkeit bei beiden nominellen Top-Stürmern erschwert Hengen und Klos ihre Planung. Kann und will sich der FCK einen weiteren Hochkaräter leisten? In welcher Form könnte Lieberknecht drei Torjägern mit hohen Ansprüchen gerecht werden? Passen Berisha und Prtjain, die noch nie gemeinsam gespielt haben, überhaupt zusammen? Fragen über Fragen, die zum jetzigen Zeitpunkt selbst in der Chefetage des Traditionsvereins noch nicht gänzlich beantwortet werden können.
Die Frage ist aber nicht, ob neue Stürmer kommen, sondern welche Spielertypen gefragt sind. Denn mit Kenny Prince Redondo und Daniel Hanslik haben zwei Offensivstürmer den Klub verlassen. Und Mahir Emreli, der mit seiner mehrfach öffentlich bekundeten Unzufriedenheit abseits des Rasens häufiger in Erscheinung trat als in gegnerischen Strafräumen, hat keine Zukunft beim FCK.

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